Du darfst deiner Wahrnehmung vertrauen. Sie liegt immer richtig!

Das Bild symbolisiert, dass das Vertrauen auf unsere Wahrnehmung der Schlüssel für ein leichteres Leben ist

Der wichtigste Satz, den ich während meiner Geomantie-Ausbildung gelernt habe, ist der Ausspruch meines Seminarleiters: „Vertraut eurer Wahrnehmung! Eure Wahrnehmung stimmt immer!“

Für mich war das wie ein Befreiungsschlag. Ich bekam endlich auch von Außen die Bestätigung, meiner Wahrnehmung vertrauen zu dürfen! Dieses innere Wissen, das manchmal völlig verrückte, unkonventionelle Wege gehen will, das sofort spürt, ob ein Mensch ehrlich zu dir ist oder nicht, das Lösungen kennt, die der Kopf sich nie hätte erdenken können.

Diese kleinen Impulse, die sagen „Ach, jetzt gehe ich mal zu Fuß ins Dorf“ und dann begegnen wir einem wichtigen Menschen. Oder das Wissen, etwas unbedingt auf die und die Weise tun zu wollen, weil es sich einfach richtig anfühlt. Das Gefühl, das etwas nicht stimmt, wenn man einen Raum betritt oder das Fühlen von Freude an einem Ort, an dem viel gelacht wird … wir alle kennen es.

Aber nehmen wir es als „wahr“ wahr? Vertrauen wir diesen Eingebungen oder tun wir es nicht vielmehr als „Zufall“ oder Einbildung ab?

Unser Verstand wird in unserer Gesellschaft so sehr hochgelobt, dass sich viele Menschen insgeheim vor Ablehnung fürchten, wenn sie sagen „Ich hab da so ein Bauchgefühl“ oder „es mag vom Kopf her die beste Lösung sein, es fühlt sich aber nicht richtig für mich an“. Wir bekommen schnell beigebracht, dass unser Gefühl, unsere Intuition keine Rolle spielt. Denn der logische Verstand ist die einzige Instanz, die recht haben und die richtigen Schlussfolgerungen und Lösungen finden kann.

Hast du nicht auch das Gefühl, dass da etwas fehlt?

Denn der Verstand ist in keiner Weise kreativ. Er kann nichts Neues erschaffen, er kann nur linear und eindimensional das vergleichen und kombinieren, was an Daten schon da ist.

In unsere Wahrnehmung fließen Empfindungen, Gefühle, Intuition, Kreativität, innere Bilder, … mit hinein und sie erfasst auch die nicht-sichtbaren Ebenen. Mit der Wahrnehmung können wir in die Tiefe gehen, Verbindungen sehen, die gleichzeitig auf verschiedenen Ebenen existieren.

Ein ganzheitliches Bild ergibt sich, wenn unser Verstand (linke Gehirnhälfte) mit unserer Intuition (rechte Gehirnhälfte) zusammenarbeitet.

Welchen Vorteil hat es, wenn du jetzt anfängst, deiner Wahrnehmung zu vertrauen?

1. Du kannst bessere Entscheidungen treffen. Weil du nicht nur deinen Kopf befragst, sondern auch dein Herz, deinen Bauch, deine Intuition. Und die wissen ganz genau, was gerade gut für dich ist.

2. Du kannst Lösungen für Probleme finden, die dein Verstand niemals gefunden hätte. Weil deine Intuition genau dann am besten funktioniert, wenn du nicht denkst. Bestimmt hast du es auch schon mal erlebt, dass du dich den ganzen Tag mit einer Sache beschäftigt hast und dann abends unter der Dusche kam dir ein Blitzgedanke mit der rettenden Idee! Kurt Tepperwein¹ schreibt ganz treffend:„Verabschiede dich von dem Gedanken, dass nur gut ist, was vernünftig ist.“

3. Hochsensible und empathische Menschen nehmen häufig die Stimmungen anderer Menschen wahr, als wären es ihre eigenen. Vertrauen wir unserer Wahrnehmung nicht, kann uns das in eine tiefe Verwirrung stürzen. Denn häufig lautet die Antwort auf unsere Frage, was los ist, wenn wir spüren, dass es einem anderen Menschen nicht gut geht: „Nichts, mir geht es gut!“. Vertraue dann darauf, dass du mit deiner Wahrnehmung richtig liegst, der andere aber gerade nicht darüber reden möchte und nimm die Eindrücke nicht als deine eigenen an.

Solltest du dich plötzlich schlecht fühlen, nachdem du mit einem Menschen geredet hast oder länger Zeit mit ihm verbracht hast, kannst du davon ausgehen, dass du etwas von seinem Gemütszustand aufgefangen hast. Es sind aber nicht deine Empfindungen. Mich hat diese Erkenntnis damals aus einer tiefen Krise gerettet!

4. Du lernst, im Alltag darauf zu vertrauen und erleichterst dir das Leben. Kleinen Impulsen zu folgen, die dich zu glücklichen Begebenheiten führen, zur rechten Zeit am rechten Ort sein, den Typen, der dir ein Zeitschriftenabo aufdrücken will, sofort zu durchschauen …

5. Du kannst hinter die Dinge blicken, so erschauen, wie sie wirklich sind. Das kannst du beispielsweise in deinem Zuhause anwenden. Vielleicht wunderst du dich, warum du dich ungern in einem Zimmer aufhältst, obwohl äußerlich alles ordentlich und gemütlich wirkt. Mit deiner Wahrnehmung kannst du erspüren, was sich dort auf anderen Ebenen abspielt und es dann dementsprechend verändern.

Hierzu möchte ich dir ein wunderschönes modernes Märchen empfehlen, das mit seiner poetischen Bildersprache sofort mein Herz erobert hat! Es beschreibt auf märchenhafte Weise, wie wir die Dinge auf der „Gefühlsebene“ sehen und erspüren können und hält noch andere Weisheiten bereit: Froschröschen von Halo Summer.

Wichtig zu wissen ist, dass deine Wahrnehmung immer mit Filtern versehen ist. Diese Filter werden unter anderem durch deine Erfahrungen und dein Weltbild geprägt. Und von dem, was du für wahr und für die Wirklichkeit hältst.

Wenn du dir also erlaubst die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass es andere Ebenen außerhalb der physisch Messbaren gibt, öffnest du die Türen zu einer erweiterten Wahrnehmung. Und je mehr du bereit bist, dein Weltbild immer wieder flexibel anzupassen, desto tiefer und umfassender nimmst du wahr.

Wie kannst du üben, deiner Wahrnehmung zu vertrauen?

Fang im Alltag damit an: Beobachte dich eine Zeitlang selbst und wenn du merkst, dass da dieser kleine Impuls auftaucht, ein Gedanke, eine Idee – dann folge ihr. Oder folge ihr bewusst nicht. Das habe ich mal gemacht: Mein Kopf sagte, ich müsse jetzt unbedingt tanken, mein Bauchgefühl meinte – nicht jetzt, falscher Zeitpunkt. Ich habe es bewusst doch gemacht – und siehe da: Die Tankstelle wurde von einer riesigen Motorradmeute belagert, das hätte ewig gedauert bis ich dran gekommen wäre :-). Dieses Üben mit kleinen Dingen schenkt dir auf Dauer Sicherheit und Vertrauen.

Aber selbst wenn du dich auf den Weg gemacht hast, kann es vorkommen, dass du eine deutliche Wahrnehmung in einer größeren Situation verspürst und ihr dennoch nicht folgst. Vielleicht weil du dir nicht sicher bist, du bestimmte Wünsche verfolgst oder einfach so konditioniert bist, dass du deine eigenen Bedürfnisse hintenan stellst. Dann geh freundlich mit dir um und verurteile dich nicht. Das nächste Mal machst du es halt besser!

Mir ist es erst letztes Jahr noch passiert, dass meine Wahrnehmung mich extrem vor einer Situation gewarnt hat. In meinem Inneren erschienen wie in Dauerschleife die Worte: „Das ist falsch, das ist falsch, das ist falsch, flieh!“. Und am meisten Vorwürfe habe ich mir hinterher gemacht, weil ich nicht auf diese deutliche Warnung gehört habe, sondern mich der Situation weiterhin ausgesetzt habe. Weil ich vom Verstand her der Meinung war, ich könne etwas daraus lernen und müsse es durchziehen, da ich sonst versagen würde. Warum? Weil in mir Wünsche, allgemeine Meinungen und ein gewisser Ehrgeiz ein mächtiges Konglomerat bildeten, das ich über meine polizeisirenenlaute Wahrnehmung gestellt habe.

Nun ja, genau das ist es, was ich letztlich daraus gelernt habe, in all seiner schmerzlichen Konsequenz: Einer solchen Situation werde ich mich das nächste Mal sofort entziehen, wenn meine intuitive Warnanlage losgeht. Ohne das Gefühl, „versagt“ zu haben. Im Gegenteil :-).

Wie nimmst du wahr?

Jeder Mensch nimmt auf andere Weise wahr. Die einen fühlen mehr, die anderen sehen, riechen, hören, schmecken oder bekommen plötzlich ein inneres Wissen.

Ich fühle beispielsweise sehr viel und nehme Eindrücke über meinen Körper wahr. Wenn etwas nicht stimmig ist, bekomme ich Kopfschmerzen und mein Brustkorb drückt sich zusammen. Aber ich nehme auch durch innere Bilder und manchmal sogar durch Gerüche wahr.

Unser Körper ist ein wundervolles Messinstrument. Stefan Brönnle² beschreibt es treffend: „[Der Körper] hat die Fähigkeit, in der Gegenwart präsent zu sein und somit bewusstzumachen, was tatsächlich auf uns wirkt.“

Vielleicht möchtest du damit beginnen, deinen eigenen Körper wahrzunehmen.

Setze dich dafür gemütlich hin und atme ein paar mal tief ein und aus. Werde ruhig und lausche deinem Atem. Dann gehe mit deinem Bewusstsein zu deinen Fußsohlen. Nimm sie wahr und spüre, wie sie sich anfühlen, sind sie warm oder kalt, sind die Socken glatt oder kratzig? Wie fühlt sich deine Fußsohle jetzt gerade? „Scanne“ so deinen Körper von unten nach oben ab, fühle auch in deine Organe hinein, spüre, ob es irgendwo dunkle Stellen oder Blockaden gibt, an denen die Energie nicht richtig fließt.

Du kannst dich auch mit deinen Organen „unterhalten“, indem du sie fragst, wie es ihnen geht und dann nachspürst, was dir an Eindrücken kommt. Vielleicht spürst du Wärme oder Kälte, siehst Bilder oder hörst Worte. Nimm sie einfach an ohne zu bewerten. Wenn du fertig bist, komm langsam in dein Wachbewusstsein zurück und schreibe deine Eindrücke auf.

Diese Übung kannst du auch mit Pflanzen, Orten, Steinen, … machen. Du wirst mit der Zeit immer stärker merken, auf welchen Wahrnehmungskanälen die Informationen zu dir kommen.

Bitte beachte: Die Seele und deine Intuition kommunizieren gerne in Symbolen. Wenn du beispielsweise bei der Frage, wie du dein Wohnzimmer am besten einrichtest, einen ausladenden Kronleuchter gezeigt bekommst, heißt das nicht, dass du dir so eine Monstrosität auch zulegen sollst (es sei denn, du bist von dieser Idee begeistert) :-). Spüre dann für dich nach, wofür dieser Kronleuchter für dich stehen könnte.

Für mich ist es immer wieder wunderschön und spannend zu sehen, welche Welten uns noch umgeben, die wir mit unserem Alltagsbewusstsein gar nicht wahrnehmen!

Erst vor ein paar Tagen hatte ich einen Traum, in dem ich entdeckte, dass sich hinter meinem Schreibtisch ein großer sonnendurchfluteter Raum öffnete, in dem Gras und Moos auf dem Boden wuchsen, Schmetterlinge herum flogen und Tiere auf dem Boden huschten. Der Raum war so groß und schön, und er war schon immer da, ich hatte ihn vorher nur einfach nicht wahrgenommen, nicht gesehen!

Und so wird es dir vielleicht auch ergehen, wenn du anfängst, deiner Wahrnehmung und Intuition zu vertrauen. Ich wünsche dir viele spannende schöne Momente! Jedesmal wird sich deine Weltsicht ein wenig mehr öffnen und du wirst mehr wahrnehmen können, bis du in deinem Weltbild so flexibel bist, dass du über die abenteuerlichsten Dinge und Überraschungen stolperst! So kannst du deine Welt wiederverzaubern. Viel Freude damit :-).

Deine Carina

 

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Titelbild: pixabay
Literatur:
  • ¹Kurt Tepperwein (1998): Super-Intuition: so entwickeln Sie Ihre verborgenen geistigen Fähigkeiten. mvg Verlag.
  • ²Stefan Brönnle (2008): Grenzenlose Sinne – Intuition Empathie Hellsehen – Das Grundlagen- und Arbeitsbuch zur Fernwahrnehmung. Neue Erde Verlag.

Über Carina Harbich

Liebt ihre Berufung als geomantische Haus- und Gartenberaterin. Ihre Schwerpunkte sind "Kraftvoll Wohnen", "Magischer Leben" und "Hochsensibel Glücklich"

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