7 Wege, wie ich aus der Einsamkeit in die Verbundenheit gefunden habe

Dieses Bild soll das Thema des Blogbeitrags unterstreichen, der Wege aus der Einsamkeit hochsensibler bzw. feinfühliger Menschen aufzeigt.

„Du bist nicht allein, Du hast ja Dich!“, aus Prinzessin Fantaghirò

Feinfühlige und hochsensible Menschen brauchen viel Freiraum und Zeit für sich selbst. Um die Eindrücke des Alltags zu verarbeiten und wieder bei sich selbst anzukommen. Aber schnell kann dieses Bedürfnis nach Rückzug zu Gefühlen der Einsamkeit und Isolation führen:

In unserem geschützten Raum – das kann eine Wohnung, ein Haus, ein WG-Zimmer sein, fühlen wir uns sicher. Hier können wir uns von den Reizüberflutungen der Außenwelt abschotten. Aus eigener Erfahrung weiß ich jedoch, dass der Weg über die Schwelle in die laute Welt da draußen zu einer immensen Herausforderung werden kann. Diese Überwindung kostet viel Kraft und Nerven.

Und so kann es sein, dass sich unser geschützter Raum in eine Art ungewolltes Gefängnis wandelt. Wir fangen an, uns einsam zu fühlen. Das kann sogar passieren, wenn wir nicht mal alleine wohnen!

Das Radio oder der Fernseher im Hintergrund nerven mehr, als das sie helfen. Genauso wenig wie sich in den Weiten des Internets zu verlieren oder sich mit Hilfe von Büchern oder Filmen wegzuträumen. Das Einsamkeits-Gefühl kehrt hinterher umso stärker wieder.

aus eigener Erfahrung

Mir ging es während meines Studiums eine Zeitlang genauso. Obwohl ich in einer WG mit netten Menschen wohnte, fühlte ich mich einsam. Ich brauchte meine Rückzugszeiten, wusste damals aber noch nicht, wie ich all meine Eindrücke, Wahrnehmungen und Emotionen des Tages verarbeiten konnte. Und so brachte mir der Rückzug nicht die gewünschte Regeneration. Weshalb ich abends oft überreizt und kraftlos Einladungen von Freunden zu Partys oder anderen Treffen absagen musste.

Ich verschanzte mich mehr und mehr in meinem Zimmer und wusste nicht, wie ich aus diesem Kreislauf der Zurückgezogenheit wieder herauskommen sollte. Ich erinnere mich, dass ich nächtelang durchgeweint habe, weil ich total verzweifelt war.

Irgendwann dachte ich, ein Partner müsste die Lösung all meiner Probleme sein – ein Mensch, der mich bedingungslos liebte und akzeptierte wie ich war und der all die Eigenschaften hatte, nach denen ich mich sehnte, beispielsweise ein Fels in der Brandung sein gegen die Widrigkeiten des Alltags. Was natürlich nicht funktionierte, wie ich recht schmerzlich lernen durfte.

Aber genau diese Beziehung hat mich letztendlich auf die richtige Spur gebracht, wofür ich wirklich dankbar bin – denn es ist kein Klischee, dass jeder für sein eigenes Glück verantwortlich ist…

Es gibt einen viele Wege hinaus

Erst nach und nach fand ich heraus, wie ich mich aus dem Gefühl der Einsamkeit befreien konnte. Ich las viele Bücher und fing an, mit meinem Inneren zu arbeiten. Dabei hatte ich viele augenöffnende Erkenntnisse. Es fing mit viel Liebe und Nachsicht mit mir selbst und dem Auflösen meiner alten Glaubenssätze an. Und als ich dann meine geomantische Arbeit anfing, bekam ich den zweiten Schlüssel in die Hand.

Ich höre immer wieder im Gespräch mit Klienten und Menschen, denen ich begegne, dass sie besonders die dunkle Jahreszeit fürchten, weil sie durch die kurzen Tage noch mehr Zeit allein Zuhause verbringen. Mit diesem Artikel möchte ich dir Mut machen: Allein sein bedeutet nicht automatisch, einsam sein zu müssen!

Hier also die 7 Wege, die mir persönlich geholfen haben:

1

Die erste und wichtigste Frage, die du dir stellen darfst ist:

Mag ich meine Gesellschaft überhaupt? Kann ich mit mir allein sein und mich mit mir wohl fühlen?

Meine Antwort damals war: „Ich weiß es nicht.“ Ich hatte mir viel öfter die Frage gestellt: „Mögen mich die anderen?“

Um herauszufinden, ob ich mich in meiner Gesellschaft wohl fühlte, ob ich mich überhaupt mochte, setzte ich mich abends ohne Ablenkung hin und spürte in mich hinein. Die Stille war ohrenbetäubend! Doch dann merkte ich, dass es nicht die Stille war, sondern meine Gedanken, die mit einer Lautstärke rumlärmten, dass ich es kaum aushalten konnte. Am liebsten wäre ich aufgesprungen und hätte Musik angemacht.

Aber hinter diesem Gedankenlärm spürte ich etwas anderes. Das gefiel mir. Es war ruhig und warm und liebevoll. Gleichzeitig war es kraftvoll, kreativ und unbändig leidenschaftlich. Ich hatte meine Innenwelt entdeckt, die barst vor Farben, Ideen, Begeisterung, Abenteuerlust. Und schon fühlte ich mich weniger einsam, denn es gab so viel Neues zu entdecken – in mir!

Diese Zeiten für mich abends haben sich mittlerweile fest etabliert und ich liebe sie. Ich nenne sie „Ich-Zeit“, weil ich mich dann nur mit mir selbst und meinem Innenleben beschäftige, meine Gedanken und Eindrücke aufschreibe oder male, meditiere, singe, tanze – was sich eben gerade gut für mich anfühlt. Und das tankt mich so richtig auf. Und jetzt kann ich auch mit Gewissheit sagen: Ja, ich mag mich, ich bin gern mit mir zusammen.

Wenn du möchtest, fang an, dich selbst zu fühlen, dir zuzuhören. Nicht deinem plappernden Gedankenmüll, sondern deinem strahlenden Inneren, deinem Herzen, deiner Seele. Ergründe dein Innenleben. Was für Entdeckungen machst du in den Tiefen und dunklen Nischen in dir drin?

Fang an, deinen Körper zu bewohnen, ihn zu spüren, ihm Beachtung zu schenken. Finde die Stille hinter deinen Gedanken. Schaffst du es, dich abends eine Stunde nur mit dir selbst zu beschäftigen und die Zeit mit dir zu genießen?

Wie fühlst du dich jetzt? Kannst du jetzt die Frage klar beantworten?

2

Hast du auch den Glaubenssatz, dass du jemanden brauchst, der dich vollständig macht? Dass dich nur ein anderer Mensch aus deiner Einsamkeit „erretten“ kann, weil er die fehlenden Puzzleteile besitzt? Ich nenne es etwas scherzhaft das „Disney-Syndrom“ :-).

Die Wahrheit ist: Du bist schon rund und ganz und brauchst niemanden, um dich zu vervollkommnen! Vielleicht ist jetzt die Zeit, in der du die Verantwortung für dich selbst übernehmen möchtest. Um jemand anderem nicht mehr länger die Last aufzubürden, dich zu ergänzen oder dich glücklich machen zu müssen.

Dafür gibt es einen sehr schönen Weg: Fertige eine Liste mit Eigenschaften und Wünschen an, die dein Partner / deine Partnerin oder dein bester Freund / deine beste Freundin unbedingt erfüllen sollte.

Und dann nimm diese Eigenschaften und formuliere sie als Fragen für dich um.

Wenn du geschrieben hast: „Ich möchte mich mit ihm / ihr sicher, entspannt und geborgen fühlen“, dann frage dich:

Fühle ich mich mit mir sicher, entspannt und geborgen?

Bei mir stellten sich damals beispielsweise diese Fragen:

  • Bin ich großzügig, warmherzig, selbstbewusst, geduldig, einfühlsam, geerdet?
  • Finde ich mich wunderschön?
  • Strahle ich Mut und Stärke aus?
  • Macht mir das Leben Spaß?
  • Unternehme ich schöne Dinge?

Streiche anschließend die Fragen raus, die du mit Ja beantworten kannst und du erhältst ein ganz klares Bild von dir selbst – an welchen Stellen du die Verantwortung für dich selbst am liebsten abgeben möchtest, wo du dir selbst liebevoll all das geben darfst, was du dir vom Außen wünschst.

Du bist nicht geerdet? Dann überlege dir, wie du dich bewusst täglich mit der Erde verbinden kannst. Du unternimmst keine schönen Dinge? Dann nimm dir einen Tag in der Woche, an dem du Ausflüge machst, Orte besuchst, die du immer schon mal sehen wolltest, …

Du kannst du noch einen Schritt weiter gehen:

Was müsste ein Partner haben, wie müsste ein Partner sein, damit du dich in ihn verliebst?

Und dann gebe dir all diese Eigenschaften selbst und verliebe dich in dich und dein Leben. Ich kann dir sagen: Dieser Part macht richtig Spaß!

Wenn du dich auf diese Weise liebevoll um dich selbst kümmerst und dich auf den Weg machst, der Mensch zu werden, in den du dich selbst verliebst, mit all den Eigenschaften, die du bisher im Außen gesucht hast, wirst du dich weniger einsam fühlen. Weil du jetzt keinen „ergänzenden“ Part mehr brauchst, um dich vollständig und glücklich zu fühlen. Dadurch strahlst du auch weniger Bedürftigkeit aus und es kann sein, dass du genau in diesem Moment jemand Wundervollen in dein Leben ziehst :-).

3

Mach dir bewusst, dass du Hilfe hast. Du bist niemals allein! Du bist umgeben von Energien, die dich unterstützen und die dich lieben, so wie du bist.

Wenn du magst, betrachte sie als Schutzengel, als spirituelle Guides, als Krafttiere. Wenn das nicht in dein Glaubenssystem passt, dann stelle dir vielleicht einfach liebevolle Energien vor, die du jederzeit um Hilfe bitten kannst, die du alles fragen kannst und mit denen man jede Menge Spaß haben kann – denn die geistige Welt hat echt Sinn für Humor!

4

Geh viel raus in die Natur, in den Wald, deinen Garten, an Gewässer. Dort ist so viel Lebendigkeit, mit der du dich verbinden kannst. Diese Lebendigkeit urteilt nicht und du wirst merken, dass es keine Trennung zwischen dir und der Welt um dich herum gibt. Spüre diese feinen Fäden dieses unendlichen Netzwerks – und du gehörst dazu!

Du wirst gesehen, geliebt und akzeptiert für das was du bist – nicht für das, was du tust. Die Natur sieht in deine schwärzesten Abgründe und liebt dich trotzdem, denn sie wertet nicht. Daher ist es auch kein Zufall, dass sich feinfühlige Menschen oft lieber mit Pflanzen und Tieren als mit Menschen beschäftigen :-).

Und dann kommt der meist schwierigste Schritt: Lerne diese Liebe anzunehmen! In uns ist oft ein Glaubenssatz tief verankert, der sagt: „Du bist es nicht wert, was bildest du dir ein zu glauben, du hättest Liebe wirklich verdient!“

Spür einmal nach, wo sich dieser Glaubenssatz in dir aufhält und dann spüle ihn mit dieser bedingungslosen, reinen klaren Liebe weg, die du in der Natur fühlst.

5

Unterhalte dich doch mal mit deiner Einsamkeit. Stelle dir dazu vor, wie sie in einer für dich sichtbaren Form vor deinem inneren Auge erscheint. Wie sieht sie aus? Was macht sie?

Stelle ihr Fragen – woher sie kommt, warum sie bei dir ist, was du für sie tun kannst, damit sie gehen kann – denn du brauchst sie nicht mehr.

Meistens wollen diese Energien einfach gesehen und anerkannt werden für den Dienst, den sie geleistet haben. Schenke ihr deine Liebe und Dank, denn sie hat ihre Aufgabe wirklich großartig erfüllt – du hast dich ja schließlich richtig einsam gefühlt, nicht wahr? 😉

6

Als hochsensibler Mensch fühlt man sich schnell als Außenseiter. Dabei wollen wir doch einfach nur dazugehören!

Viele Jahre habe ich immer wieder versucht, mich anzupassen. Das hat so viel Kraft gekostet. Es hat lange gedauert, bis ich gemerkt habe, dass es super ist, ich zu sein! Und ich habe angefangen, mich nicht mehr anders zu geben als ich bin. Das heißt, ich verstelle mich nicht mehr, um so zu sein wie ich denke, dass mich andere Menschen haben wollen.

War das einfach? Sicher nicht! Das hat eine ganze Portion Mut und Durchhaltevermögen gekostet. Und ich habe tatsächlich auch nicht mehr überall hinein gepasst.

Aber was passierte? Ich habe Menschen gefunden, die genauso verrückt sind wie ich – denn „Your vibe attracts your tribe“ („Deine Ausstrahlung zieht deinen Stamm/deine Sippe an“). Natürlich gelingt es mir nicht immer, manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich wieder eine gesellschaftliche Maske aufsetze. Wenn ich es merke, muss ich immer an das Gedicht von Shel Silverstein denken:

Masks

She had blue skin, and so did he. He kept it hid and so did she.
They searched for blue their whole life through,
Then passed right by – and never knew.

(Sie hatte blaue Haut, genau wie er. Er hielt sie verborgen, genau wie sie. Sie suchten nach blau, ihr ganzes Leben lang. Eines Tages gingen sie aneinander vorbei – und haben sich nicht erkannt.)

Wo trägst du noch Masken, wo möchtest du dich anpassen, um dazu zu gehören? Vielleicht ist jetzt die Zeit, in der du anfängst, sie abzulegen und den genialen, verrückten, wunderbaren Menschen offenzulegen, der du in Wahrheit bist?

Damit dein „Tribe“ dich endlich finden kann! Damit du das Gefühl hast, frei und selbstbestimmt zu sein und die Einsamkeit sich langsam auflösen kann…

7

Ja, es gibt ihn, unseren inneren Schweinehund :-). Und er hat es sich bei uns feinfühligen Menschen an einer echt guten Stelle gemütlich gemacht.

Er taucht gerne dann auf, wenn wir eine Einladung bekommen haben, auf die wir nicht wirklich Lust haben. Oder wir gerne zu einer Ausstellung gehen würden, deine Freundin aber abgesagt hat – und so ganz alleine gehen?

Die typischen Behauptungen des Schweinehunds lauten:

Das fühlt sich nicht gut für mich an, ich habe so ein komisches Gefühl, ich bin zu müde, das ist mir zu viel, zu anstrengend, ich muss morgen früh aufstehen… außerdem ist es doch gerade hier auf dem Sofa so bequem und jetzt nochmal aufstehen?

Ich kenne die Tage, an denen wirklich nichts geht. Da liegen die Nerven blank und jeder zusätzliche Termin wäre eine Belastung, die über alle Grenzen gehen würde. Wenn es so ist, dann sei liebevoll zu dir, mach dich nicht fertig deswegen, sondern kümmer dich besonders gut um dich.

Aber es gibt auch Tage, da könnten wir. Da haben wir vielleicht ein wenig Angst oder sind etwas bequem. Dann überwinde dich, sei mutig und geh raus! Tu’s einfach. Denn meiner Erfahrung nach bauen wir uns sonst eine persönliche Komfortzone auf, in der es zwar kuschelig ist, sich aber auch nichts bewegt. 

Und vielleicht hast du es auch schon erlebt: oft werden die Abende am schönsten, zu denen wir uns am meisten hingeschleppt und hingequält haben.

So bleibst du in Übung, die Schwelle deiner Wohnung zu übertreten und auch dunkle Wintertage verlieren ihren Schrecken…

 

Im zweiten Teil gebe ich dir praktische Tipps, wie du mit Hilfe deiner Wohnung das Gefühl von Einheit und Verbundenheit noch unterstützen kannst.

Ich hoffe, ich konnte dir ein paar hilfreiche Impulse schenken und freue mich über Kommentare von dir.

Alles Liebe,

Carina

 

Beitragsbild: pixabay

Über Carina Harbich

Liebt ihre Berufung als geomantische Haus- und Gartenberaterin. Ihre Schwerpunkte sind "Kraftvoll Wohnen", "Magischer Leben" und "Hochsensibel Glücklich"

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.